Back alive!

On 20. Dezember 2011 by rkuebler

Kinners! Das habe ich mir wahrlich anders vorgestellt. Kaum sind die Kollegen weg, befallen mich andere Altbekannte: Bakterien und Viren! Unglaublich, aber ich wurde wieder komplett asugenockt und lag dieses Jahr jetzt schon zum dritten Mal mit dicken Mandeln flach.

Entgegen dem Rat meines HNOs in Kiel werde ich aber mich erstmal nach einem Homeopathen umschauen und mal schauen, ob es nicht auch auf diesem Wege geht. Ungewohnt und sicherlich nicht gerade die typische Entscheidung für mich, aber bevor ich mir einfach so Körperteile rausschneiden lassen, möchte ich auf jeden Fall noch den anderen Hokus-Pokus probieren. Für Tipps und Anregungen bin ich jederzeit dankbar! Vor allem weil ich im Internet gelesen habe, dass das langläufige Versprechen, dass man nach einer Mandel-Op erstmal ne Woche im Bett liegt und sich von Eiscreme ernährt wirklich nur ein Gerücht für zehnjährige Kinder ist. Die Realität ist wohl, dass die Aufenthaltsdauer und das Shcmerzlevel positiv mit dem Alter des Patienten korrelieren. Über 28 soll man es wohl sogar echt nur noch in echten Notfällen bei Dauerinfektion mit verbundenen Nieren- und Herzproblemen machen…

Aber zurück zum Bospurus! Die letzte Woche war recht ereignislos. Ich hatte mich seit Abfahrt der Kieler, Kölner und Hamburger Kollegen im Bett aufgegeppelt und mich auf das Research Camp am vergangenen Freitag vorbereitet. Analog zu Salty gibt es hier eine kleine innerstädtische Konferenz, an der mehrere Unis teilnehmen. Innerstädtisch klingt sehr dörflich, wird aber schnell relativiert, wenn man dran denkt, dass die teilnehmenden Unis teils Entfernungen von über 80-100km trennen. Was wieder verwunderlich ist, denn an Unis fehlt Istanbul nicht sehr. Entsprechend wird bei den Teilnehmern und Einladungen auf ein gewisses Niveau geachtet. Die Big Player auf der Konferenz waren die Sabenca, die Koc und die Ozyegin Universities.

Für Salty-Verhätlnisse war der Rahmen etwas mau. Nur vier Vortragende über den ganzen Tag. Dafür aber 9-10 Uhr gemeinsames Frühstück, 12-14 Mittagslunch und Campustour und 15:30-18 Uhr dann Conference Reception mit Barbecue Buffet, Ansprache des Rektors und kräftig was zu trinken. Wieder erwarten, rein alkoholisch.

Die Vorträge waren aufgeteilt in mehrere Felder. Zwei Arbeiten aus dem Bereich CB, eine Arbeit im Bereich Decision Theory und eine Arbeit, die “richtig” empirisch vor geht und mit Time Series voran schreitet. Bei den CB-Guys hab ich mich gleich zu Anfang etwas unbeliebt gemacht. Die Studie untersuche, wie sich die Bindung von uns zu einem Produkt ändert, wenn wir es selbst designt haben oder selbst aufgebaut haben. Ich wollte dann wissen, wo der praktische Benefit dabei läge, da man ja bei selbst aufbauen schon bezahlt habe. Irgendwie wurde das Argument nicht ganz eingesehen und ich war danach auch froh, dass ich kein Auto hier habe, dass man anzünden oder zerkratzen könnte. Vielleicht hat mich aber auch gerettet, dass ich denen den Tipp gab, dass man reflektive und formative Konstrukte mittels PLS easy schätzen kann… Wer weiß…

Die Konferenz sonst war super. Die restlichen Beiträge sehr spannend und der Austausch mit den Leuten sehr angenehm. Merkwürdig fand ich immer wieder wie schwer sich die Wissenschaftler damit tun, dass man sich nicht so sehr in ein Feld einordnen lassen will. “So you are a CB guy?” “No not really, I am just very interested in the topic and try out to mix up things a little bit.” So your a model guy?” “No! I am neither, maybe I got stuck in the middle…” Die großen Fragezeichen, die solche Gespräche auf der anderen Seite hervorrufen, sind immer wieder ein Genuss. Ich erkläre ihnen dann meist unsere aktuelle CSR Studie mit dem Barteransatz in den experimentellen Conditions. Was aber deren Verständnis auch selten weiter hilft. Seis drum!

Das Wochenende davor war legendär. Ich hattes ja schon angedeutet. Wenig Schlaf, viel Alkohol! Dafür ein optimales Betreuungsverhätlnis durch meinen Gastprofessor, der er sich nicht nehmen lies die komplette Samstagnacht mit uns zu feiern. Das Nachtleben rund um den Taksim Platz ist wahrlich legendär und dieser Metropole angemessen. Da vergisst man auch schnell, dass die Preise in den Bars und Clubs absolut westkosmopolitsches Niveau überschreiten. 120 Euro für ne Flasche Gin? Normal! 4 Bier 40 Euro? Eher günstig. Seis drumm, Koen hatte uns in The Hall – im Nachhinein stellte sich das wohl als sowas wie das P1 in München oder das Kaufleuten in Zürich heraus – auf die Gästeliste gesetzt. So sparten wir uns pro Nase schon 30 Euro Eintritt. Als DJ wurde uns der beste Plattendreher West-Anatoliens (was wohl Berlin Kreuzberg bedeutet) versprochen. Das Resultat: Minimal House und Cheap Gogos (Ü35). Immerhin konnte ich mich eine Weile mit der Club Managering unterhalten und hab wohl noch die Option auf ein paar weitere Parties dort. Abflug war irgendwann um 5. Wir alle waren reichlich von dem reinen BummBumm genervt und zogen müde Richtung Taksim Platz weiter. Ein letzter Döner im Stehen, Gruppenbild und dann mit dem Taxi wieder der Sonne entgegen! So der Plan. Foto und Döner gingen klar. Die Taxifahrt verlief allerdings etwas ungeplant. Großraumtaxen gibt es hier keine. Zum Glück aber auch keine verbindliche STVO. Also einfach alle in das Taxi. Also zu 7. Der Fahrer rangiert uns solange in bester Tetris-Weise hin und her, bis Kerstin den Rückspiegel aus der Scheibe tritt (der Fahrer  hat zum Glück den dadurch entstandenen Riss nicht bemekrt) und Abdul meint, dass es so klappen könnte. Mich Hochgeschwindigeit geht es Richtung Brücke. Auf selbiger fällt Abdul aber auf, dass er gar kein Guthaben mehr auf seiner Brückenmautkarte hat und will uns einfach zwischen den Kontinenten auf die Strasse respketive Brücke setzen. Zum Glück kann Koen genügend Türkisch, dass wir das ganze doch noch überleben und man sich an der Mautstelle die Karte eines Taxi-Kollegen leihen kann! 1A. Wir sind zu Hause angekommen, haben den dreifachen Fahrpreis bezahlt (auch aus schlechtem Gewissen wegen dem Spiegel und der Scheibe) und haben dann noch alle gemeinsam weiter gefeiert!

Der nächste Tag führte dann für Scholli schon nach Hause. Der Rest trabte über die blaue Moschee ins Hamam. Mehr dazu in den kommenden Tagen!

Bis dahin, gülle gülle,

Raoul

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