When the rain…

On 7. Dezember 2011 by rkuebler

Kennt ihr das hier? Jermaine Jackson (bisher vom Leibarzt und der väterlichen Gier verschont geblieben) mit Pia Zadora. 1A 80er Pop, super Video und eine Perle für Wissenschaftler, die die Abgründe menschlichen Kleidungsgeschmacks erforschen wollen.

Das ganze könnte auch als inoffizielle Hymne für die Türkei oder zumindest für Istanbul herhalten. Denn das einzige was momentan funktioniert, ist der Wetterbericht, der punktgenau für heute eine signifikante Menge an Niederschlag vorhergesagt hat. Das wäre ja alles kein Problem, das bisschen Nieselei bei 14 Grad ist aushaltbar. Wären da nicht die typischen Nebenwirkungen. Bus spät, Traffic und der allgemeine Niedergang jeglicher Funktionalität. Zu erst häufen sich mal die Unfälle auf der vermeintlich glatten Fahrbahn. Der Gipfel ist ein Abschleppwagen, der vor unserer Uni über ein abzuschleppendes Auto fährt. Leider konnte ich es nicht mehr fotografieren. Aber ein herrliches Sinnbild, wie sich die Welt bei Regen hier umdreht. Clio unten, Schlepper oben auf. Schade um den neuen Franzosen…

Aber nicht nur im Verkehr kommt alles zum Stillstand. Mein Rechner braucht erst mal ne halbe Stunde, bis ich ins überlastete WLAN der Uni komme. Liegt aber wirklich nicht am MAC. Ebsco braucht noch ne halbe Stunde länger als sonst, bis es mich in alle Datenbaken lässt und der Tee heute ist wieder so stark, dass mein Kreislauf sich in ungeahnte Atmosphären katapultiert. Dazu heizt meine Klimaanlage mein Büro auf angenehme und anregende 40 Grad. Staubtrocken selbstverständlich. Seit 2 Tagen habe ich endlich Zugang zum Drucker, ne eigene Kostenstelle und PIN (jeder Druck wird abgerechnet), mit dem Resultat, dass heute morgen das Ding wegen einer undefinierbaren Mischung aus Papierstau und Papiermangel die Kooperation verweigert. Ich hab einmal einen Blick reingeworfen. Das Innenleben lässt den Verdacht aufkommen, dass Dresden 45 nur ein kleiner städteplanerischer Zwischenfall war. Rollen, Kopierwerk, Trommel und so weiter sind dicht eingedeckt mit einer Schicht aus Toner, die vermuten lässt, dass mindestens fünf Kartuschen des selbigen sich in der Hoffnung auf 40 jungfräuliche Facharbeiter in unserem Drucker in die Luft gejagt haben. Das Irre daran: So wie das aussieht ist das nicht erst seit heute Nacht so. Stört aber keinen. Drucken scheint hier eh verpönt… Nun gut. Ich harre der Dinge! In Deutschland (was man als vergleich sowieso nicht heran ziehen sollte) würde übrigens jeder Service-Mitarbeiter vom Hersteller sich schlichtweg weigern das Ding anzufassen.)

Nebenan ist heute Pilgerstunde. Kurz nach den Midterms tauchen jetzt hier Unmengen von Studierenden auf, die erklären, warum sie in den Tests so schlecht waren oder gar nicht erst auftauchen konnten. Nach der Menge an heilmedizinischen Gegenständen, die dabei zur Verdeutlichung der unerwarteten und unverschuldeten Umstände, die zur schlechten Leistung oder der Nicht-Anwesendheit führten, kann vermutet werden, dass in ganz Istanbul heute ein Notstand in der medizinischen Versorgung herrschen muss. Krüken, Verbände, Schienen soweit das Auge reicht. Scheint aber normal zu sein, und keinen der Profs hier weiter zu interessieren… Und die Stimmbänder scheinen auch bei keinem der abgewiesenen Jungakademiker betroffen zu sein. Was sich vor allem beim Abgang immer wieder zeigt…

Ich bin gespannt wie das weiter geht. Immerhin soll das Wetter morgen besser werden. Hoffentlich wirkt sich das dann auch auf den Drucker und Konsorten aus.

Bis dahin ein frohes Hosca Kalin!

Raoul

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