Bayram Worker

On 6. November 2011 by rkuebler

Während draussen das Leben ein bisschen stiller steht und sogar der Late-Night Kiosk neben an frei macht, sitze ich am Schreibtisch und bastel an meinen Projekten. Irgendwie befürchte ich immer wieder, dass die Zeit hier viel zu knapp ist, gegeben, was wir alles gemeinsam hier plötzlich vorhaben und machen wollen. Im Grunde schade, denn draussen sind 20 Grad und die Stadt ist so ruhig wie noch nie seit meiner Ankunft…

Also in die Hände spucken und los geht es. Momentan sitze ich an der Überarbeitung eines Beitrags für das Journal of Business Ethics, den wir auch in nächster Bälde einsenden wollen. Chef hat mir seine ersten Korrekturen gesandt und entsprechend viel gibt es zu tun und zu basteln. Ich bin gespannt, wie es mit dem Artikel weiter geht.

Wenn ich weniger Lust auf schreiben habe, gibt es auch noch genug an den anderen Projekten zu tun. Bei unserer Analyse bezüglich wie Medien auf Rückrufe reagieren und welche Faktoren die Reaktion beeinflussen sitze ich momentan an der Aufarbeitung der Daten und der linguistischen Auswertung. Mit der Zeit entdecke ich immer mehr die tollen Möglichkeiten hinter der von uns verwandten Software LIWC. Nicht nur, dass das Programm uns ermöglicht anhand der hinterlegten  lingualwissenschaftlichen Bibliothek die Emotionalität, Furcht oder andere Dimensionen von Texten zu messen, man kann auch selbst Bibliotheken programmieren und Texte anhand dieser Bibliotheken analysieren. Ich habe die letzten beiden Tage an diesem Verfahren herum gebastelt und ein bisschen mit den ursprünglichen Rückrufnachrichten rumgespielt. Als Ergebnis können wir jetzt auch noch messen, wie stark die Medien die Vorgaben einer Pressemitteilung unbearbeitet übernehmen und wie sehr sie dabei die ursprünglich Tonalität und Maskierung der Rückrufnachricht übernehmen. Durch die dadurch erlangte Meßbarkeit können wir nun mit unserem Modell nicht nur erklären, welche Faktoren die Reaktion der Medien beeinflussen, sondern auch Unternehmen Ratschläge dazu erteilen, wie Medien dahingehend beeinflusst werden können, dass sie einen Rückruf unkommentiert kommunizieren und somit die Kommunikationshoheit beim Unternehmen selbst bleibt.

Mit ein bisschen weiterer Bastelei bin ich mir auch sicher, dass wir das Programm zu einer automatisierten Inhaltsanalyse der ursprünglichen Pressemitteilungen nutzen können, so dass wir den von uns präsentierten Ansatz (Kübler/Albers, 2010) in Zukunft automatisch durchführen können und somit schneller und vor allem objektiver Rückrufe für unsere Modell erfassen können.

Und für unser App-Projekt gibt es auch noch genügend zu tun. Koen hat mich mit passender Literatur für einen kulturellen  Vergleich versorgt und eigentlich müsste ich noch mal weiter Apps aussuchen, die wir genauer untersuchen wollen. Wenn ich nicht noch die Ausrede hätte, dass ich noch auch finale Daten aus Kiel warte, hätte ich also auch schon ein erstes VAR rechnen können…
Klarerweise hält es mich nicht nur am Schreibtisch und ich schau auch ein bisschen nach anderen Dingen (ehrlich gesagt öfters, als ich wohl sollte). Also zum ersten Mal die Wäsche vom Bazar waschen. Ich probiere ein Hemd von Paul Shark und einen Pulli von Paul Shark. Beides wird mit Handtüchern und anderen nicht ganz so wertvollen Dingen in die Waschmaschine geworfen. Wenn irgendwas ausfärbt, wäre der Verlust nicht ganz so hoch. 40 Grad und an das Ding. Zwischendurch nutze ich die schräg stehende Sonne, um mal die beigelegten Echtheitszertifikate  ins rechte Licht zu rücken. Dabei fällt mir auf, wie beeindruckend gut die Jungs das nachbauen. Oder aber es handelt sich doch um Überproduktionen…

Hinweise für die eine oder die andere Richtung liefert am Ende die Waschmaschine! Dass Hemd mit dem aufwendigeren Zertifikat (inkl. Anmeldebogen für Paul Shark) kommt annähernd knitterfrei und vor allem in gleicher Größe wieder sauber aus der Wäsche. Leider kann man das vom Pulli bzw. Longsleeve nicht behaupten. Wenn ich nicht in Zukunft bauchfrei tragen will, sollte ich wohl auf das gute Teil verzichten. Im nassen Zustand ziehe ich es mir noch mal über, ziehe und zerre dran und hoffe, dass ich noch die nötigen Zentimeter raus bekomme. Nunja vergebens! Ich werde es aber bei der nächsten Verhandlungsrunde sowohl bei der Wahl der Größe aber auch beim Preis in Erinnerung behalten. Und ich weiß noch wo ich es gekauft habe. Mal schauen, wie der Verkäufer reagiert. In Sachen Reklamationen sind die ja nicht so geübt, da die meisten Touris wohl nicht zwei mal kommen! Wir sind gespannt…

Gestern hatte ich ja kurz über die kulinarische Bedeutung des Opferfestes für Kinder erzählt. Aber auch die Erwachsenen haben was davon. Wie bei Zimt und Koriander ersichtlich wird für diesen Feiertag fleissig gekocht und vorbereitet und am Ende schlemmt die ganze Familie zusammen. Wie oben erwähnt, kann ich mir jetzt nicht die ganze Nacht in der Küche um die Ohren hauen und ehrlich gesagt sind mir die türkischen Rezepte bis dato immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Auch wenn ich gerne noch mal lernen würde wie man gute Köfte und leckere Dolmates macht, hab ich mich jetzt erst mal an einem orientalischen Burger versucht. Selbst das TK Hack hat hier eine super Qualität und so gabs dann mit Gurken, Käse, Oliven, Cornichons, Dönergewürz, Fladenbrot, Toamten, Zwiebeln und Jalapenos belegt einen super Burger in Aurette-Ausmaßen! LECKER! Und ich brauch den Rest des Tages auch nicht mehr über Nahrungsaufnahme nachdenken, da das Kalorienkonto absolut im Überplus steckt! Praktisch, lecker und danach hat man einen guten Grund erstmal zwei Stunden nichts zu tun!

Trotzdem wurmt es mich mit dem Kochen. Als wir letzte Woche mit Claudia und Alexander essen waren, waren wir einmal in Eminönü in einem Touri-Schuppen, der aber super geniale türkische Vorspeisen hatte. Vor allem die Dolmates waren sagenhaft und nun bin ich ein bisschen am überlegen, wie ich meine eigenen Kochfähigkeiten in diese Richtung ausbauen kann. Vielleicht hat ja einer der netten Leser einen Tipp, Link oder Hinweis? Ich würde mich sehr freuen und würde im  Gegenzug auch das Mitbringen der entsprechenden Zutaten wie Weinblätter, Gewürze und so weiter ausloben!

Aber genug geschrieben, das schlechte Gewissen meldet sich schon wieder zu Wort  und ich werde jetzt mal lieber weiter an den Daten basteln. Dazu passiert ja auch schon wieder im grade frisch gestarteten Volvo Ocean Race genug spannendes. Wie Uli so schön bei Facebook schreibt. Nach 24h ist schon 1/3 der Flotte ausgefallen und es sind noch sicherlich weitere 24h bis Gibraltar… unsere Bachelor würde jetzt stumpf linear prognostizieren, dass es kein Boot bis in den Atlantik schafft. Aber wir wollen mal sehen, wie es denn Puma, Groupama, Camper und die anderen Spanier so hinbekommen bis Kapstadt.

Bis dahin beste Grüße, frohen Rest-Sonntag und gülle gülle vom Schreibtisch!

Euer Raoul

PS: Weil ich ja keinem nach Bayram-Ritus was zum Essen geben kann, gebe ich euch eben noch ein paar Impressionen von der Hamburgerwerdung:

 

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